MON 810 wird weiter angebaut
Auch nach dem Verbot der Genmais-Sorte MON 810 werden in Bayern weiter Genpflanzen angebaut. Der US-Konzern Monsanto wird in Düllstadt nach Angaben der Regierung von Unterfranken demnächst auf 3,1 Hektar Genmais für einen Freisetzungsversuch aussäen. Das Münchner Umweltministerium lehnt die Versuche ab, ist aber machtlos.
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wurde von den Monsanto-Plänen überrascht. Er sagte am Rande eines Besuches in Nürnberg, er höre von der geplanten Aussaat zum ersten Mal. "Ich kann daher keine Ferndiagnose abgeben, weil mir die Sache unbekannt ist."
Der CSU-Chef bekräftigte seine Unterstützung für das MON-810-Verbot. Die Unions-Vizefraktionschefin im Bundestag, Katherina Reiche, griff Seehofer wegen seines Anti-Gentechnik-Kurses scharf an und warf ihm populistische Stimmungsmache vor. Auch die FDP als Koalitionspartner der CSU in Bayern plädierte für die Freiheit der Wissenschaft.
